
Selen
Selen zählt zu den kritischen Nährstoffen bei einer Veganen Ernährung. Für eine ausreichende Aufnahme sind bestimmte Lebensmittel und deren Herkunft zu beachten. In diesem Beitrag erfährst Du praxisbezogen die wichtigsten Fakten über Selen und was Du unternehmen kannst, um genug davon aufzunehmen.
Funktionen
Selen erfüllt diverse Funktionen im menschlichen Körper. So spielt es eine Rolle in der DNA-Synthese, der Zellteilung und dem Zellwachstum. Es nimmt Einfluss auf das Immunsystem, den Metabolismus der Schilddrüsenhormone, der Katalisation von Redoxreaktionen und ist Baustein von Spermien und somit essenziell für die Fruchtbarkeit. Darüber hinaus wirkt Selen antioxidativ und antikanzerogen.
Vorkommen und Stoffwechsel
Das Vorkommen von Selen ist stark regional abhängig. Die europäischen Böden sind selenarm und werden auch nicht angereichert. In Nord- und Südamerika finden sich selenreiche Böden. Dementsprechend ist Selen dort in Weißkohl, Brokkoli, Zwiebelgewächsen, Spargel und Champignons zu finden. Auch in den südamerikanischen Paranüssen ist Selen enthalten. Obwohl deren Gehalt stark schwankt, deckt eine Paranuss ungefähr den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Die Absorption liegt wahrscheinlich bei 50-90 %.
Zufuhrempfehlungen
Die Zufuhrempfehlungen liegen bei 1µg/kg Körpergewicht pro Tag. Das führt zu einer Geschlechtsspezifischen Empfehlung von 70 µg/Tag bei Männern und 60 µg/Tag bei Frauen. Für Schwangere werden ebenfalls 60 µg/Tag und für Stillende 75 µg/Tag empfohlen.
Mangel
Die Ursachen für einen Mangel liegen bei einer zu geringen Zufuhr oder einer Resorptionsstörung. Diese kann durch Dialyse, parenterale Ernährung oder Alkoholismus auftreten. Die Symptome sind eine Vergrößerung der Erythrozyten, Störungen der Muskel- und Immunfunktion sowie der Spermatogenese. Die Keshan-Krankheit steht in Verbindung mit einem manifesten Mangel.
Versorgung bei Veganern
Wenn die Lebensmittel aus selenarmen Böden stammen, erreichen Veganer die Empfehlungen nicht. Für die Deckung des Selenbedarfs sollte man in Europa überregional essen. Man sollte deshalb regelmäßig selenhaltige Produkte einplanen, wie z.B. 1 Paranuss pro Tag. Eine Supplementierung ist nur bei einem diagnostizierten Mangel empfehlenswert, da die Möglichkeit einer Vergiftung besteht.

